Reisebericht Marokko Privatreise – April 2026

Hallo Weltgereiste, liebe Sabine,
anbei der ausgefüllte Beurteilungsbogen und hier nachfolgend eine Beurteilung der Reise.

Marokko. Ein Land der Gegensätze, aber auch der Zukunft zugewandt, wie wir empfanden.
Hier leben (nach unserer Auffassung) Menschen mit moderner Lebensauffassung und -einstellung Seit‘ an Seit‘ mit Einwohnern des Landes, die noch fast, lässt man elektrischen Strom und ein kraftstoffbetriebenes Fahrzeug außer Betracht, noch fast im Mittelalter leben. Manche kommen gar ohne alle letztgenannten Aspekte aus. Der Straßenausbau als auch die Neuplanung von Wohnungen um Städte herum würden wir als großzügig bezeichnen, die Hauptverkehrsadern fast besser, da neuer, als bei uns. Chili-Reisen stellte für uns wie auch für Reisen in vergangenen Jahren eine facettenreiche Abwechslung der zu erwartenden Erlebnisse zusammen – und wir wurden auch diesmal nicht enttäuscht. Die Hotels, teilweise außerhalb des City-Trubels gelegen, sind natürlich nicht mit denen hier in Deutschland zu vergleichen, was wir ja auch nicht erwarteten. Die Zimmer waren gut bis sehr gut, teils richtig cosy ausgestattet. Wer ein verschwenderisches Frühstücksbuffet a la Germany erwartete, musste sich hier ganz schnell korrigieren. Tagine-Töpfe sind hier das meistverwendete Kochgeschirr als auch Hauptmenü gleichen Namens. Auch das Rührei wird in diesen „Schnellkochtöpfen“ zum Morgen serviert. Sehr viele Speisen sind mit Kreuzkümmel gewürzt, fast schon ein Standard.
Da wir aus Berlin sind, lieben wir Großstädte nicht so unbedingt. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass wir Etappen wie Essaouira, Ait Ben Haiduu, die Wüsten- und Berbercamp-Experiences am beeindruckendsten fanden. Erstaunlich die recht einfache Technik der Lehmbautenerrichtung und die im Gegensatz zu Deutschland recht einfachen Baustellenabsperrungen. Offensichtlich traut man den Einwohnern dort mehr Verstand zu als in unserem Land.
Unsere Highlights also nochmals detaillierter: Essaouira hat einen schönen Strand, Bastion und auch eine Medina, die locker und fast unbehelligt durchstreifbar ist. Ait Ben Haiduu gefiel nicht nur den Filmemachern von 38 Movies und die Atlas Studios auf dem Weg nach Quarzazate bestätigen das noch einmal nachdrücklich. Quarzazate sollte man auslassen, die Kasbah, zu deren Besichtigung gleich einige Führer sich zu verdingen suchten, ist Langweile pur. Alle Räume ohne Mobilar oder Wandschmuck und, außer dass alles gut maintained ist, nicht bemerkenswert. Ebenso das gegenüber befindliche Filmmuseum. Ohne erklärende Infotafeln, ein Sammelsurium an ein paar Filmkulissen, recht lustlos zusammengestellt und präsentiert. Dafür war schon die Hinfahrt ins Wüstencamp Zegara ein Abenteuer. Die zwischendurch eingeplante Quadtour war anders als wir vermuteten, eher etwas Zirkus, Rausfahren in die Sanddünen und ein paar Rummelrunden und zurück. Also keine Rundtour mit Landscape-Exploring oder zu einem bestimmten Ziel und zurück.
Das Wüstencamp hingegen richtig gut, sogar mit Duschen in den jeweiligen Zelten. Auch das Essen früh und abends teils besser als in den Hotels. Warum? Freie Auswahl am Buffet statt vorgesetztes festes Ensemble von Gebäck und Marmeladen. War das Wüstencamp schon Spitze, setzte die nächste Etappe, zwei Übernachtungen im Berbercamp in einer an Grand Canyon erinnernden Clifflandschaft noch eins drauf. Da Chili-Reisen uns die Option ermöglichte, eine Hotel- oder Zeltübernachtung zu wählen, sind wir überzeugt, hier den Treffer überhaupt gelandet zu haben. Noch ein Zwischenstopp soll nicht unerwähnt bleiben: Ait Kine. Das Dorf beherbergt ein Kuriosum besonderer Art. Eine Art Bank mit „Schließfächern“ wir in Gelsenkirchen. Nur nicht im Keller, sondern in einem Innenhof sind Kammernfür jede Dorffamilien, in denen alles vermeintlich Valueable gelagert wird. Von Tafraoute gab es interessante Ausflugsziele. Ein langgezogenes Oasendorf in der Ait-Mansour-Schlucht und die, ja auch umstrittenen „Painted Rocks“.
Wer die Souks von Marrakesch gesehen hat, kann die in Taroudant auslassen und lieber zu den außerhalb der Stadtmauer gelegenen Ledergerberei fahren. Hier wird man weitergebildet und bekommt Achtung vor der ungesunden Schinderei der dort Beschäftigten. Imlil ist das Garmisch-Partenkirchen Marokkos. Schön für Wanderungen, wenn die Knie in Ordnung sind. Oder aber für Hiking-Erlebnisse zum höchsten Berg des Atlasgebirges, dem Jebel Toubkal.
Alles in allem, ein wie stets durch Chili-Reisen gut organisiertes Travelling mit zahlreichen unterschiedlichen Erlebnismöglichkeiten. Manche von den Lesern hier werden Marrakesch und Taroudant toll finden, aber wer sonst schon nicht gerne shoppen geht….

Yogi & Gabi aus Berlin